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Rosazeabehandlung
Rosazea

 

 Was ist eine Rosacea?

 

Die Hautkrankheit Rosacea bedeutet übersetzt soviel wie "Rosenblütchen".  Dieser Name spielt auf die Rötung im Gesicht an, die für die Rosacea so typisch ist - der Patient "blüht" geradezu auf.  Neben diesen Rötungen, die durch erweiterte Blutäderchen entstehen, kann es durch Entzündungen auch zu Veränderungen an der Nase kommen.  Werden diese nicht behandelt, kann langfristig ein Rhinophym auftreten, eine starke Verdickung der Haut, die die Nase besonders dick aussehen lässt.

 

 

Wegen der Entzündungen hat man die Rosacea früher für eine Art Erwachsenenakne gehalten und auch Acne rosacea genannt.  Andere, weniger schmeichelhafte Bezeichnungen wie "Kupferfinne" und "Knollennase" beziehen sich auf die auffälligen Erscheinungen im Gesicht. Bis heute ist nicht völlig geklärt, wie eine Rosacea entsteht.  Sowohl die Erbanlagen als auch äußere Einflüsse scheinen die Entstehung und den Verlauf der Erkrankung zu beeinflussen - allerdings kann man beides nur schwer vorhersagen.

 

Wer bekommt eine Rosacea?

Nach allem, was man heute weiß, scheint eine gewisse Veranlagung zur Rosacea vererbbar zu sein.  Aber nicht jeder, dessen Eltern die Krankheit haben, bekommt sie ebenfalls, und auch in Familien, deren Mitglieder nie Rosacea hatten, kann jemand zum ersten Mal betroffen sein.  Ob, wann und bei wem die Krankheit ausbricht, lässt sich nicht vorhersagen.

 

Warum sollte die  Rosacea behandelt werden?

Bis heute kann man die Rosacea nicht ursächlich behandeln, da "die Ursache" nicht bekannt ist.  Das heißt, es gibt keine Heilung im strengen Sinne, jeder Patient muss sich darauf einstellen, mit der Erkrankung dauerhaft zu leben.  Aber man kann die Symptome - also die äußeren Merkmale der Erkrankung - gut behandeln, niemand ist gezwungen, die Rötungen und Entzündungen einfach hinzunehmen.  Das ist wichtig, denn die Rosacea spielt sich im Gesicht ab, das man nun einmal nicht verstecken kann.  Die meisten Patienten sind froh, wenn sie nicht mehr die Neugier der Umwelt wachrufen, sondern sich "ganz normal" auf der Straße bewegen können. Fast noch wichtiger bei einer konsequenten Behandlung der Rosacea ist, dass Schlimmeres vermieden wird.  Die "Knollennase" ist kein Schicksal, sondern kann verhindert werden!  Wenn eine medikamentöse Therapie, die vom Patienten allerdings auch Mitarbeit erfordert, durchgehalten wird, kann die Rosacea gut "in Schach" gehalten werden.

 

So früh wie möglich zum Arzt und zur dermatologisch ausgebildeten Kosmetikerin

Wenn der Verdacht auf eine Rosacea besteht, wenn es also zu ungewöhnlichen Rötungen im Gesicht kommt, die oftmals einem starken Temperaturwechsel (z.B. vom Winterspaziergang ans Kaminfeuer) oder dem Genuss scharfer Speisen auf dem Fuße folgen, sollte ein Hautarzt (Dermatologe) aufgesucht werden.  Wird dann die Diagnose "Rosacea" gestellt, gibt es eine Reihe von Maßnahmen im täglichen Leben, die der Patient im Frühstadium einer Rosacea einfach durchführen kann.  Ob zu einem Zeitpunkt, an dem noch keine entzündlichen Veränderungen  vorliegen, bereits Medikamente            eingesetzt werden, wird der Arzt individuell für jeden Patienten festlegen. Dies wird aber sicherlich dann notwendig werden, wenn ernsthafte Entzündungen vorliegen und die Gefahr der Entwicklung eines Rhinophyms (s. Abb. unten) oder einer Augenbeteiligung entsteht.

 

Wie entsteht eine Rosacea?

Die genauen Ursachen der Rosacea kann man bis heute nicht im Einzelnen erklären.  Die Grundlage ist offenbar die sogenannte Rosacea-Diathese.  Als Rosaceadiathese wird die Neigung bezeichnet, auf verschiedene Reize mit ausgeprägten Gesichtsrötungen zu reagieren, die nach einer Weile wieder abklingen.  Dieser Rötungszustand wird auch Flush genannt.  Reize können emotionaler Stress, heißes Wetter, Senneneinstrahlung, Alkohol, scharfe Speisen, heiße Getränke, körperliche Anstrengung, ein heißes Bad, ein Saunabesuch, Wind oder kaltes Wetter sein.  Die Entwicklung zur Hautkrankheit geht mit einer Reihe von Symptomen einher, die man recht gut beobachten kann.  Grundsätzlich lässt sich sagen, dass sich die Entstehung einer Rosacea auf zwei unterschiedlichen Ebenen abspielt.

Verstärkte Durchblutung:

 Die typische Rötung des Gesichts kann jederzeit auftreten, vor allem, wenn äußere Faktoren (Temperaturwechsel, scharfe Speisen) sie begünstigen.  Diese Färbung der Gesichtshaut verschwindet aber in der Regel nach einer Zeit wieder - es sei denn, dass die verstärkte Durchblutung zur dauerhaften Erweiterung einiger Äderchen geführt hat.  Das zeigt sich als fadenfeine, kurze rote Linien auf der Haut, den sogenannten Teleangiektasien (das sind erweiterte Äderchen).  Sie sind chronisch, also bleibend. Mit einem schmerzarmen Laser (ohne Spritze, ohne Pflaster) können sie entfernt werden. Fragen Sie ihren behandelnden Arzt.

 Entzündungen:

Nur phasenweise - in der Fachsprache rezidivierend - treten die entzündlichen Veränderungen um die Talgdrüsen herum auf.  Durch die Entzündungen kommt es zu einer Bindegewebsvermehrung, die man mit bloßem Auge als Verdickung (meistens der Nase) wahrnehmen kann.  Wenn diese Schübe lange Zeit unbehandelt bleiben, kommt es zum Rhinophym, der "Knollennase".  Diese Veränderung kann sich von alleine nicht mehr zurückbilden.

 Augenbeteiligung:

Häufig kommt es bei Rosacea auch zu Entzündungen der Augenlidränder (Blepharitis) und Bindehäute (Konjunktivitis) oder seltener auch der Hornhaut (Keratitis).  Wenn Sie eine Veränderung der Augen bemerken oder häufig Brennen oder Fremdkörpergefühl verspüren, sollten Sie einen Augenarzt aufsuchen und auch von der Hautkrankheit berichten.

Was man sonst noch wissen sollte ...

Bis heute "streiten sich die Gelehrten", ob eine Rosacea durch eine Erkrankung innerer Organe (z.B. Entzündungen der Magenschleimhaut) ausgelöst wird.  Allerdings konnte ein ursächlicher Zusammenhang noch nicht festgestellt werden.  Ebenso verhält es sich mit gesteigertem

Alkoholkonsum:

Zwar weiß man, dass ein allzu tiefer Blick ins Glas bei jemandem, der ohnehin die Veranlagung dazu hat, einen neuen Rosacea-Schub auslösen kann.  Aber auf keinen Fall kann man umgedreht behaupten, jeder Rosacea-Patient sei Alkoholiker!

Keine Ansteckungsgefahr

Hautkrankheiten spielen sich im Wesentlichen auf der Oberfläche des menschlichen Körpers ab, sind für die Umwelt gut zu sehen und rufen oftmals Unbehagen oder Ängste hervor.  Bei der Rosacea (wie übrigens bei vielen anderen Hautkrankheiten auch) sind diese Gefühle aber unbegründet: Selbst wenn Eiterpusteln auftreten, sind diese nicht ansteckend, auch nicht bei direktem körperlichen Kontakt. Wichtig ist auch zu wissen, dass die Erscheinungen, mit denen die Rosacea einhergeht, weder jucken noch weh tun, es sei denn, die Augen sind ebenfalls betroffen.  Auch kommt es durch die Entzündungen selten zu "echten" Narbenbildungen.  Dauerhafte Veränderungen an der Haut können vom Dermatologen beseitigt oder abgeschwächt werden.

Was Sie grundsätzlich beachten sollten

Egal, in welchem Stadium sich die Rosacea befindet, ob die Krankheit weit fortgeschritten ist oder ob nur eine leichte Rötung vorliegt: Es gibt einige Regeln, sogenannte Basismaßnahmen, die Sie immer beachten sollten.  So können Sie selbst auf relativ einfache Weise dazu beitragen, dass einem Fortschreiten der Krankheit nicht noch Vorschub geleistet wird, und auf jeden Fall unterstützen Sie so die Bemühungen Ihres Arztes, Ihnen ein möglichst beschwerdefreies Leben zu ermöglichen.

 

Im Folgenden wird zwischen Behandlungs- und Pflegepräparaten unterschieden.  Behandlungspräparate werden vom Arzt verschrieben und sind wirkstoffhaltige Medikamente, während die Pflegepräparate vom Patienten selbst gewählt und bezahlt werden.  Zur Auswahl geeigneter Präparate kann man sich vom Arzt beraten lassen.

 

Hautpflege und Kosmetik

Reinigung und Pflege der Haut sind auch bei Hautgesunden schon ein schwieriges Thema, denn in der Regel werden zu "scharfe" Mittel zu oft angewandt.  Wer an Rosacea leidet, sollte hier ganz besonders vorsichtig sein.  Es sollten grundsätzlich nur milde, reizfreie Produkte verwendet werden.  Das bedeutet zum Beispiel, bei der Gesichtsreinigung von Seifen auf milde Reinigungspräparate und / oder klares Wasser umzustellen.  Welches Reinigungspräparat auch gewählt wird, es sollte im sauren pH-Bereich (kleiner als 7) liegen, denn das entspricht dem natürlichen Hautmilieu.  Das Wasser sollte lauwarm sein, zu heiße oder zu kalte Temperaturen können zu einer Erweiterung der Blutgefäße und stärkerer Gesichtsrötung führen.  Wer auf Gesichtswasser nicht verzichten will, sollte zumindest ein Präparat ohne Alkohol verwenden. Gehen Sie immer besonders behutsam mit Ihrer Haut um.  Rubbelpeelings sollten auf keinen Fall benutzt werden, sie fördern die übermäßige Durchblutung der Haut ebenso wie das kräftige Frottieren mit Handtüchern.  Tupfen Sie die Haut statt dessen nach dem Waschen vorsichtig trocken. Reinigen Sie Ihre Gesicht morgens und abends, auf jeden Fall aber, bevor Sie ein Pflege- oder Behandlungspräparat auftragen.  Ein Pflegepräparat sollte nicht zu fett sein, z.B. eine leichte Tagescreme, die mehr Wasser als Öl enthält. (Im Gegensatz zur Salbe, wo der Ölanteil überwiegt.)

 

Einfach "wegschminken"? 

Viele Menschen, deren Haut aufgrund einer Erkrankung nicht dem gängigen Schönheitsideal entspricht, möchten diesen "Makel" gerne verstecken.  Wenn Sie das Bedürfnis dazu haben, tun Sie es!  Allerdings gibt es auch hier ein paar Kleinigkeiten zu beachten. Am Tage oder auch abends empfiehlt sich ein abdeckendes Make-up.  Achten Sie bei der Auswahl darauf, dass die Farbe Ihrem natürlichen Teint entspricht - um so unauffälliger wird die "Camouflage"!  Noch wichtiger sind aber die Inhaltstoffe bzw. das, was nicht im Make-up enthalten sein sollte: kein Öl, kein Parfum, keine Konservierungsmittel. Rosacea ist keine Allergie, aber die Haut der Betroffenen kann doch gegenüber solchen Stoffen sehr empfindlich reagieren.  Make-ups schützen übrigens auch vor Winterkälte, und die meisten enthalten ebenfalls einen Sonnenschutz. Dass jede Art von dekorativer Kosmetik am Abend sorgfältig entfernt werden muss, vor allem vor dem Auftragen medizinischer Präparate, sollte eine Selbstverständlichkeit sein!

 

Äußere Einflüsse

Nicht alles, was von außen auf uns einwirkt, ist auch unbeeinflussbar!  Ganz im Gegenteil, die meisten Faktoren lassen sich recht gut minimieren oder ausschalten, positiv nutzen oder verstärken. Wer an Rosacea leidet, sollte mit folgenden Themen besonders vorsichtig umgehen:

 

Wetter: Nicht immer eitel Sonnenschein

Sonnenlicht verschlechtert die Rosacea.  Deshalb ist es wichtig sich nicht unnötig der Sonne auszusetzen - lange Sonnenbäder sind Tabu, ganz unabhängig davon, dass sie auch gesunder Haut schaden.  Im Sommer sollte immer eine leichte, nicht zu fetthaltige Sonnenmilch aufgetragen werden.  Sinnvoll und darüber hinaus auch sehr dekorativ sind übrigens Sonnenhüte! Im Winter ist es wichtig, sich vor der Kälte zu schützen: je nach Temperatur sind Kälteschutzcreme, Skimaske oder Schal angezeigt.  Vermeiden Sie aber auch starke Temperaturschwankungen, die die Durchblutung der Haut fördern.  Also, Schal und Skimaske rechtzeitig abnehmen und die Kälteschutzcreme mit einem Zellstofftuch (Taschen- oder Kosmetiktuch) abtupfen, damit es nicht zum Wärmestau kommt.

 

Ernährung: Gesund und in Maßen

Auch heiße und scharfe Speisen oder Getränke sowie Alkohol regen die Durchblutung an und sollten vermieden werden.  Ansonsten gibt es keine besondere "Rosacea-Diät".  Essen Sie, was Sie mögen und was gesund ist.  Wenn Sie allerdings eine Verschlechterung der Haut nach dem Genuss bestimmter Speisen beobachten, sollten Sie das Verdächtige eine Zeit lang weglassen und nach einigen Wochen noch einmal probieren.  Wenn sich Ihre Haut dann wieder verschlechtert, sollten Sie diese Speise dauerhaft meiden.

 

Sport: mit kühlem Kopf

Sport ist, wenn er dem Alter und der Kondition des Einzelnen angemessen betrieben wird, immer eine gute Sache.  Wichtig ist aber, dass Überanstrengungen vermieden werden und immer auf eine gute "Belüftung" geachtet wird.  Wählen Sie leichte, durchlässige Kleidung und maßvoll temperierte Fitness-Studios oder Sporthallen.  Im Sommer bitte nur morgens und abends trainieren!  In der Mittagshitze soll körperliche Anstrengungen vermieden werden.

 

Niemals "Kortison"!

Bei vielen Krankheiten, gerade auch bei entzündlichen Erkrankungen der Haut, sind sogenannte Kortison-Präparate eine sichere und wirksame Therapie. Aber bei einer Rosacea helfen sie leider gar nicht. Selbst wenn eine kurzzeitige Besserung erreicht wird, tritt bald danach ein erneuter und dann stärkerer Schub ein.

 

Positive Effekte haben milde Produkte zur Reinigung und gefäßstärkende Pflegeprodukte sowie entstauende Massagen und Lymphdrainagen. Eine ganz große Bedeutung kommt, auch für den Herren, der Camouflage zu. Unter Anleitung der Kosmetikerin kann diese Technik schnell erlernt werden. Wir verwenden  speziell für die Rosazea entwickelte, gut deckende und dennoch nicht maskenhaft wirkende Make-ups (" Tolériane"der Fa. La Roche PosayDie Rosazeabehandlung bei uns läuft folgendermaßen ab:

  1. milde Reinigung biologisch-enzymatisches Peeling mit lauwarmer Kompresse,
  2. vorsichtiges Abösen und Entfernen von Komedenen und Pusteln,
  3.  tanninhaltige Gazenauflage,
  4.  entstauende Massage,
  5.  gefäßstärkende Pflege,
  6.  Camouflage,
  7.  Beratung und Produktempfehlungen  zur  Heimbehandlung